13. Aug (Mo) – Vortrag Lilli Hasche

Baumwollbörse, Überseehafen und Qualitätsstandards – Was der Kolonialismus mit Bremen und seinem Baumwollhandel zu tun hat

Lilli Hasche
Universität Bremen

Montag, 13. August, 17.00 Uhr, Gebäude MZH, Raum 1470
Sprache: Der Vortrag wird auf Deutsch angeboten
– öffentlich, keine Teilnahmegebühren –

Baumwolle hat in Bremen eine lange Geschichte. Seit 1872 gibt es in Bremen eine Baumwollbörse. Ende des 19. Jahrhundert war Bremen der wichtigste deutsche Einfuhrhafen für den Rohstoff, an dem die Jobs von etwa 13% aller deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter hing. Ein Großteil der Baumwolle kam aus den USA, ein kleiner Teil aus deutschen Kolonien in Afrika – Baumwolle ist also eng verbunden mit der Geschichte des europäischen Kolonialismus. Auch wenn in Bremen heute kaum noch mit Baumwolle gehandelt wird, konnten sich die Bremer Akteure des Baumwollhandels eine wichtige Stellung in der Branche bewahren, indem sie sich auf diese veränderte Situation einstellten und ihr Tätigkeitsfeld anpassten.
Der Vortrag vermittelt eine Perspektive auf den Baumwollhandel in Geschichte und Gegenwart die mit üblichen Darstellungen bricht, indem Macht- und Ausbeutungsverhältnisse und –mechanismen aufgezeigt werden. Er stellt dabei die Bremische Handels- und Hafenpolitik, koloniale Lobbyverbände und Kolonialverwaltungen, Baumwollkaufleute und Handelsverbände, Qualitätsstandards und Messtechnik miteinander in Beziehung.

Lilli Hasche hat Politikwissenschaft, Geschichte und Transkulturelle Studien in Bremen und Paris studiert. Für ihre Masterarbeit zu Baumwollqualitätsstandards hat sie am Cotton Classing & Testing Training der Baumwollbörse teilgenommen. Seit 2014 bietet sie Stadtführungen zu kolonialen Spuren in der Bremer Überseestadt an.

Der Vortrag findet in Kooperation der Initiative „Eine Uni – ein Buch – eine Stadt“ im Rahmen der Informatica Feminale und der Ingenieurinnen-Sommeruni statt.