| Universität Bremen Fachbereich 3 Mathematik / Informatik Studiengang Informatik AG Theoretische Informatik
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2. Sommerstudium vom 13. - 24.9.1999 im Rahmen des Projekts Informatica Feminale - Sommeruniversität für Frauen in der Informatik Schwerpunkte |
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Für das Curriculum des Sommerstudiums ist ein themenorientierter Zugang gewählt worden. Die angebotenen Veranstaltungen sind entlang aktueller Themen der Informatik gruppiert. Die Themenschwerpunkte sind unterschiedliche Perspektiven auf die Informatik. Mit diesem Ansatz sollen die Zusammenhänge zwischen den klassischen Säulen, Theoretische, Technische, Praktische und Angewandte Informatik, und die interdisziplinären Bezüge besser hergestellt und somit eine ganzheitliche Sichtweise der Informatik vermittelt werden. Unter dem Motto "Entmystifizierung des Studiums" wurde ein weiterer Schwerpunkt wurde auf Basisveranstaltungen gelegt, die grundlegende Fertigkeiten vermitteln sollen. Um inhaltliche Bezüge zwischen den Themenschwerpunkten untereinander und zu den Basisveranstaltungen explizit zu betonen sind verschiedene Veranstaltungen zwei Schwerpunkten zugeordnet. VernetzungRechnergestützte Infrastrukturen bilden inzwischen vielfach die Basis für unser Arbeits- und Alltagsleben. Mit den in der Öffentlichkeit breit diskutierten Internet-Visionen oder dem Jahr 2000-Problem wird die gesellschaftliche Bedeutung wie auch Abhängigkeit von Informationstechnologie derzeit deutlich wahrgenommen. Viele Beispiele der Internet-Entwicklung legen aber zugleich offen, wie vielschichtig die gesellschaftlichen Perspektiven für technische Vernetzungen sind, und zeigen die Bedeutung sozialer Vernetzungen für Individuen und Gruppen auf. Immer wieder wird hervorgehoben, daß Informationsnetze, vor allem das Internet, mit ihrem Kommunikation fördernden Charakter große Chancen für die bessere Vernetzung von Frauen bieten. Wie diese Netze dazu in Zukunft geformt werden sollten, ist eine wichtige Frage für Informatikerinnen, zu der ein großer Handlungsbedarf besteht. Ein Ziel des Themenschwerpunkts Vernetzung ist es, einerseits die theoretischen und praktischen Aspekte dieser Diskussionen aufzugreifen: hier liegt der Fokus auf der technischen Basis von Netzen, Dokumentmanagementsystemen, elektronisches Publizieren. Andererseits wird eingegangen auf den Prozeß der Vernetzung, auf soziale und organisatorische Veränderungen, interdisziplinäre Diskussionen über Nutzungsformen, auf Anwendungsbeispiele und nicht zuletzt auf feministische Debatten um kulturelle Neuanfänge im Cyberspace. Softwareentwicklung als ProzeßSoftwareentwicklung ist keine Tätigkeit einer Person allein, zurückgezogen im stillen Kämmerlein. Softwareentwicklung ist eine Auseinandersetzung mit dem Anwendungsgebiet, den technischen Möglichkeiten und den Veränderungen der Arbeits- bzw. Lebenssituation der Betroffenen. Informatikerinnen müssen sich über ihre technischen Kenntnisse hinaus auf verschiedene Anwendungsgebiete einlassen können. Sie müssen lernen, eine gemeinsame Sprache und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Anwendungsgebiete zu finden und einen verantwortungsbewußten Blick für ihr Handeln erhalten. Ein wichtiges Merkmal der Softwareentwicklung ist die Kooperation und Kommunikation aller an dem Prozeß beteiligten Personen. Mit dieser Perspektive soll dem Bild der Hackerkultur, das Frauen eher ausgrenzt, entgegengewirkt werden. Im Themenschwerpunkt "Softwareentwicklung als Prozeß" wird einerseits ein Überblick über Vorgehensmodelle und Methoden der unterschiedlichen Phasen des Softwarelebenszyklus gegeben sowie auf wichtige Aspekte der Softwareentwicklung wie Projekt- und Qualitätsmanagement eingegangen. Andererseits werden in kleineren Projekten der Softwareentwicklungsprozeß oder Teile davon nachvollzogen, um die Probleme spürbar zu machen. Veranstaltungen zu einzelnen Methoden, Werkzeugen oder Systemumgebungen als Handwerkzeug von Informatikerinnen runden den Themenschwerpunkt ab. Interaktion und ModellierungParallel zum Wandel der Sichtweisen auf die Informatik verändern sich auch die Erwartungen an Computersysteme. Heute steht nicht mehr die datenverarbeitende Maschine im Vordergrund, die auf Tastendruck eine Berechnung ausführt, sondern immer mehr das Medium zur Information und Kommunikation, mit dem interaktiv umgegangen wird. In den Anwendungen wird diese Veränderung im Zuge der Vernetzung und der Digitalisierung aller Medien besonders deutlich; aber auch in Theorie und Modellbildung kündigt sich ein "Paradigmenwechsel" an. Ausgehend von neuen Entwicklungen im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion wird im Themenschwerpunkt Interaktion und Modellierung diesem Trend Rechnung getragen. Die Auseinandersetzung mit neuen Benutzungsschnittstellen wie Multimedia und Virtual Reality, mit Avataren und intelligenten Agenten kann den Studentinnen einen Eindruck von möglichen Ausprägungen der Interaktion vermitteln. Die Beschäftigung mit verschiedenen Programmiersprachen, mit der Schnelligkeit von Hard- und Software, mit Prozeßkalkülen oder Komplexitätsfragen liefert ihnen einen Einblick in die bei der Modellierung zu bewältigenden technischen und theoretischen Probleme. Visualisierung und 3D-Modellierung zeigen ihnen neue Möglichkeiten auf. Veranstaltungselemente zu ethischen Fragen und gesellschaftlichen Implikationen sowie zur Bedeutung von Abstraktionen schärfen den Blick für die gesellschaftliche Verantwortung angehender Informatikerinnen. Entmystifizierung des Studiums
Die Basisveranstaltungen des Sommerstudiums werden insbesondere für
Studentinnen des Grundstudiums angeboten. Im ersten Sommerstudium hat sich
gezeigt, daß ein großer Bedarf an Veranstaltungen zur Vermittlung
grundlegender Fertigkeitenbesteht. Grundlegendes Wissen für den
Rechnerumgang und -aufbau sowie Programmierkenntnisse werden bereits in den
ersten Semestern des Grundstudiums vorausgesetzt. Bisher werden an den
Hochschulen keine ausreichenden systematischen Angebotein diese Richtung
gemacht. Die Anforderungen, die Studentinnen beispielsweise an Programmierkurse
stellen, beziehen sich nicht auf die Syntax der "modernsten" Programmiersprache,
sondern auf die systematische Aneignung von Programmierfähigkeiten.
Wie nähere ich mich der Problemstellung, wie setze ich das Problem
in einer speziellen Sprache um, inwiefern unterstützt mich dabei
eine Programmierumgebung, wie überprüfe ich meine Lösung?
Außerdem sind sie sehr an einer Einordnung der jeweils gelernten Sprache
in die verschiedenen Programmierparadigmen interessiert: wie passen
Programmierkonzepte und Sprachkonzepet zusammen - wo existieren Brüche
und Überschneidungen? Erfahrene Dozentinnen aus Hochschule und Praxis
werden diesen Dialog aufnehmen. |
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![]() zur Einladung |
Gültig bis 31.05.2000. Letzte Änderung 04/99. K.V. |
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