[Uni-Logo] Universität Bremen
Fachbereich 3 Mathematik / Informatik
Studiengang Informatik
AG Theoretische Informatik

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... sorry, text only in german

[Feminale-Logo] Sommerstudium vom 21.9 - 2.10.1998
im Rahmen des Projekts Informatica Feminale - Sommeruniversität für Frauen in der Informatik

Themenschwerpunkte



Für das Curriculum des Sommerstudiums ist ein themenorientierter Zugang gewählt worden. Die angebotenen Veranstaltungen sind entlang aktueller Themen der Informatik gruppiert. Die Darstellung eines Themenschwerpunkts geschieht aus unterschiedlichen Sichtweisen. Mit diesem Ansatz sollen die Zusammenhänge zwischen den klassischen Säulen, Theoretische, Technische, Praktische und Angewandte Informatik, besser hergestellt werden.

Informationsnetze

Immer wieder wird hervorgehoben, daß Informationsnetze, vor allem das Internet, mit ihrem Kommunikation fördernden Charakter den Interessen und Bedürfnissen von Frauen besonders entsprechen. Bisher ist das Internet in vielerlei Hinsicht eine offene Technologie. Ob und wie sie in Zukunft geformt werden sollte, um die Frauen zu unterstützen und ihren besonderen Interessen entgegen zu kommen, ist eine wichtige Frage. In der Debatte um eine Informationsgesellschaft besteht hierzu ein großer Handlungsbedarf.
Das Ziel des Themenschwerpunkts Informationsnetze ist es, die theoretischen und praktischen Aspekte dieser Diskussionen aufzugreifen. Der Fokus liegt einerseits auf der technischen Basis von Netzen, Dokumentmanagementsystemen, Elektronisches Publizieren. Andererseits wird eingegangen auf interdisziplinäre Diskussionen über Nutzungsformen, Anwendungsbeispiele, Fragen von Datenschutz/-sicherheit und nicht zuletzt auf feministische Debatten um kulturelle Neuanfänge im

Softwareentwicklung als Prozeß

Softwareentwicklung ist keine Tätigkeit einer Person alleine, zurückgezogen im stillen Kämmerlein. Softwareentwicklung ist eine Auseinandersetzung mit dem Anwendungsgebiet, den technischen Möglichkeiten und den Veränderungen der Arbeits- bzw. Lebenssituation der Betroffenen. Informatikerinnen müssen sich über ihre technischen Kenntnisse hinaus auf verschiedene Anwendungsgebiete einlassen können. Sie müssen lernen, eine gemeinsame Sprache und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Anwendungsgebiete zu finden und einen verantwortungsbewußten Blick für ihr Handeln erhalten. Ein wichtiges Merkmal der Softwareentwicklung ist die Kooperation und Kommunikation aller an dem Prozeß beteiligten Personen. Ein Ziel des Themenschwerpunkts Softwareentwicklung als Prozeß  ist, dem Bild der Hackerkultur, das Frauen eher ausgrenzt, entgegenzuwirken. Unter dem Leitthema "Kooperation und Kommunikation während des Softwareentwicklungsprozesses" werden die Modelle und Methoden der Softwareentwicklung entlang des Softwarelebenszyklus in den Mittelpunkt der Veranstaltungen gerückt. Neben technischen und formalen Modellen und Methoden zur Entwicklung einer Systemarchitektur haben dabei Aspekte wie Projekt- und Qualitätsmanagement ihren Platz erhalten. Eine Auseinandersetzung mit formalen und sozialwissenschaftlichen Methoden ist dabei hilfreich, um zu lernen, sich auf Fragestellungen einzulassen, die über den technischen Tellerrand hinausgehen. Die Themen Verantwortung von Informatikerinnen und Berufsethik werden als wichtige Themen der Softwareentwicklung betrachtet, werden jedoch nicht als "Zusatz-Bonbon" in eigenen Veranstaltungen vermittelt, sondern als integrativer Bestandteil der angebotenen Veranstaltungen gesehen.

Interaktion und Medien

Das Einsatzgebiet von Computersystemen ist einer stetigen Ausweitung unterworfen. Parallel zum Wandel der Sichtweisen auf die Informatik verändern sich auch die Erwartungen, die an derartige Systeme gestellt und die Aufgaben, die ihnen übertragen werden. Heute steht nicht mehr die datenverarbeitende Maschine im Vordergrund, die auf Tastendruck eine Berechnung ausführt, sondern immer mehr das Medium zur Information und Kommunikation. In den Anwendungen wird diese Veränderung im Zuge der Vernetzung und der Digitalisierung aller Medien besonders deutlich. Aber auch in Theorie und Modellbildung kündigt sich ein "Paradigmenwechsel" an, der mit den Begriffen "Interaktion" und "Medium" charakterisiert werden kann.
Der Themenschwerpunkt Interaktion und Medien soll diesem Trend Rechnung tragen. Dabei kommt den interdisziplinären Bezügen eine herausragende Rolle zu, beispielsweise zur Psychologie, zur Wahrnehmungsforschung, zu den Erziehungswissenschaften, zum Design und natürlich zu den Medien- und Kommunikationswissenschaften, aber auch zur Philosophie und den Sozialwissenschaften. Die Informatik bleibt aber dennoch der Kern dieses Themenschwerpunkts.


zur Einladung

Gültig bis 31.05.2000. Letzte Änderung 04/98. C.D.