Begrüßungstext zum 3. Sommerstudium (4.-15.9.2000) (Veronika)
Liebe Ulrike, lieber Bernd,
Liebe Studentinnen und Dozentinnen des Sommerstudiums,
sehr geehrte Damen und Herren!
Herzlich willkommen nun auch von Seiten des Projekts Informatica Feminale.
Aller guten Dinge sind drei &emdash; also gibt es ein drittes Sommerstudium! Und dann noch mit der Aussicht auf weitere Fortsetzung, dies ist doch ein ausgezeichneter Start in die kommenden zwei Wochen.
Inzwischen gibt es schon kleine Traditionen beim Sommerstudium. Dazu soll auch als erstes das dicke Lob auf all die Dozentinnen aus fern und nah gehören, die sich mit ungeheurem Engagement daran gesetzt haben, das fachlich erstklassige Studienprogramm zusammenzubringen. Erstmalig hatten wir unseren Call for Lectures auch auf Englisch veröffentlicht und erhielten zahlreiche Vorschläge aus der ganzen Welt - leider mußten wir dann auch erstmals in den drei Projektjahren aus den erhaltenen Lehrangeboten auswählen. Rund 90 Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen aus Großbritannien, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz werden nun lehren.
In den kommenden zwei Wochen erwarten wir rund 250 Teilnehmerinnen, also nochmals mehr als im Vorjahr und dies, obwohl wir uns zunächst mit der Werbung in der breiteren Öffentlichkeit eher zurückgehalten haben. Die studentischen Teilnehmerinnen kommen übrigens von 70 verschiedenen Hochschulen aus Deutschland und Österreich, darunter 20 Fachhochschulen.
Als erfreuliche Kontinuität läßt sich feststellen, dass genau wie im letzten Jahr etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen Studentinnen im Grundstudium sind, ein weiteres Drittel Studentinnen im Hauptstudium sowie das übrige Drittel Frauen von außerhalb der Hochschulen. Gerade dies gemeinsame Lernen und Arbeiten von Frauen mit so unterschiedlichen Hintergründen macht einen Reiz des Sommerstudiums aus &emdash; obwohl es in einigen Lerngruppen sicherlich zu Beginn oft einen schwierigeren Einstieg bedeutet. Und auch die letztgenannte Gruppe von Frauen im Beruf hat offensichtlich das Sommerstudium auch als universitäres Weiterbildungsangebot anerkannt.
Und wir haben bereits so manche
Dauergäste beim Sommerstudium: 76 Teilnehmerinnen waren im
vergangenen Jahr dabei und 30 bereits beim ersten Sommerstudium. Auch
15 Dozentinnen sind Informatica Feminale-erprobt.
Die vielen Gäste aus dem Vorjahr müssen wir wohl insofern
enttäuschen, als sich eine Wiederholung des hochsommerlichen
Bremer Wetters vom September 1999 leider noch nicht abzeichnet
...
Und damit auch genug der Zahlen. Jetzt möchte ich Sie gern noch auf einige besondere Programmpunkte der kommenden zwei Wochen hinweisen.
Als speziellen Tag auch für die breite Frauenöffentlichkeit haben wir den kommenden Freitag gestaltet. Vormittags gibt es neben dem allgemeinen Programm des Sommerstudiums ein Vortragsprogramm für Schülerinnen und Lehrerinnen. Von 11-16 Uhr stellen dann auf einer öffentlichen Jobbörse zahlreiche renommierte Informatikfirmen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Unternehmen vor und Personalleiterinnen stehen zu Gesprächen zur Verfügung. Den Abschluss dieses Tages bildet die Podiumsdiskussion "Werbung ist alles!? Konzepte zur Motivation von jungen Frauen für ein Informatikstudium", an der Vertreterinnen von Unternehmen und von Hochschulen mit Frauenstudiengängen einzelne Werbekampagnen vorstellen und Erfahrungen diskutieren werden.
An diesem Freitag wird zudem die Fortsetzung eines anderen Projekts vorbereitet, für das die Teilnehmerinnen der Informatica Feminale eine wichtige Zielgruppe sind. Es ist das Mentoring-Projekt names MUFFIN, mit dem erstmals in Deutschland ein Mentoring-Programm für Frauen aus der Informatik in Kooperation von Hochschulen und Forschungseinrichtung gestartet worden ist. Dazu hatte die Informatik-Großforschungseinrichtung GMD - Forschungszentrum Informationstechnik gemeinsam mit der Unternehmensberaterin Ilse Martin und der Informatica Feminale ein Konzept entwickelt. Das Pilotprojekt MUFFIN wird vom Bundeswissenschaftministerium gefördert.
Seit einem Jahr gibt es also 9 Mentoring-Paare, in denen Wissenschaftlerinnen den Studentinnen eine individuell zugeschnittene beratende Begleitung in ihrem weiteren Werdegang geben. Dieses Konzept soll nun im kommenden Jahr durch die Beteiligung von Firmen aus der Initiative D21 auf die Kooperation im der Industrie hin erweitert werden. Es sollen ca. 20 weitere Paare aufgenommen werden und als sog. Mentees bewerben können sich alle Studentinnen dieses Sommerstudiums, die sich im Hauptstudium befinden. Die Studentinnen können finanziert durch das Projekt regelmäßig persönliche Treffen oder beispielsweise auch gemeinsame Konferenzbesuche mit den Mentorinnen machen und so fachlich und persönlich Unterstützung für einen beruflichen Einstieg in Forschung oder Industrie erhalten. Moderiert wird der gesamte Ausstausch durch eine erfahrene Unternehmensberaterin. Weitere Informationen finden sich bereits jetzt in unserer Sommerstudiums-Cafeteria. Am kommenden Freitag werden im MUFFIN-Projekt beteiligte Studentinnen berichten und einige neue Mentorinnen anwesend sein.
Besonders einladen möchten wir auch noch zu den täglichen Vorträgen der Ringvorlesung unter dem Titel "Informatik - genauer betrachtet". Die Reihe wird heute mit dem Beitrag von Birgit Pfitzmann eröffnet und soll in den nächsten Tagen einen Bogen über unterschiedliche Themenfelder der Informatik spannen. Die Ringvorlesung bildet also immer den Abschluss eines Studientags jeweils um 16 Uhr hier im Hörsaal. Sie ist ebenfalls öffentlich für alle Frauen.
Neben all der Arbeit, die viele von Ihnen ja bereits begonnen haben, möchten wir auch Zeit zum Genießen schaffen. Die Fachgruppe Frauenarbeit und Informatik lädt wiederum zu einem Empfang ein, der am kommenden Samstag Abend im Gästehaus der Universität Bremen stattfinden wird. Vom Projekt aus möchten wir auch bereits alle Dozentinnen und Teilnehmerinnen auf das Fest hinweisen, das wir in der zweiten Woche am letzten Abend veranstalten. Und zum Abschluss der zwei Wochen wird es am übernächsten Freitag wieder Musik geben - diesmal Tanzmusik von den Taktlosen.
Weiteres hierzu und alle anderen aktuellen Informationen finden Sie täglich in unserem Veranstaltungsbüro im sog. Mehrzweckhochhaus (kurz MZH) der Universität Bremen, das die meisten von Ihnen bereits besucht haben.
Dass dieses Sommerstudium stattfinden kann
und nun auch eine echte Perspektive bekommen hat, verdanken wir
vielen.
An erster Stelle ist sicherlich die Leitung der Universität
Bremen zu nennen, die bereits im vergangenen Jahr eine
Verlängerung des Projekts bis zum Ende diesen Jahres genehmigt
hatte. Von verschiedenen Stellen der Universitätsleitung haben
wir insgesamt in den letzten drei Jahren sehr wohlvollende und
tatkräftige Unterstützung erhalten, für die wir uns
heute ganz besonders bedanken.
Alle, die heutzutage Frauenprojekte starten, können auf
wunderbare Netze von Vor-Knüpferinnen aufbauen. Wir haben diese
gerne genutzt und möchten stellvertretend für all die
erhaltenen Hilfen, Tipps und die kreativen und
(selbstverständlich niemals subversiven) Kooperationen unseren
herzlichen Dank an Ulrike Hauffe als Bremer Landesfrauenbeauftragte
sagen.
Ohne die engagierte Unterstützung und das Wohlwollen von zahlreichen Mitgliedern unseres Fachbereichs Mathematik und Informatik hätte dies Projekt nicht entstehen und ausgebaut werden können. Auch hier können wir uns wohl bei vielen nur stellvertretend bedanken und möchten zumindest unserem Projektleiter und ehemaligem Fachbereichssprecher Hans-Jörg Kreowski wie auch dem jetzigen Dekan Bernd Krieg-Brückner ganz herzlichen Dank sagen. Namentlich erwähnen wollen wir von den Angesprochenen insbesondere aber noch unsere Kollegin Ingrid Rügge, unsere Sekretärin Sabine Melchert, die Informatikstudentinnen Sandra Hornung, Tanja Jahnz, Sonja Gröning und Christina Dörge, und last but not least unseren Techniker Stefan Schmidt!
Nicht zuletzt ermöglicht das idelle und finanzielle Engagement zahlreicher Sponsoren, dass etwa 60 Teilnehmerinnen des Sommerstudiums ein Reisestipendium erhalten haben. Dies ist vor allem der Gesellschaft für Informatik zu verdanken. Weitere Spenden haben wir erhalten von ....... Besten Dank!
Insofern steht einer erfolgreichen Fortsetzung der Informatica Feminale in den nächsten Jahren nichts im Wege. Nun wünschen wir Ihnen und uns aber zunächst einmal viel Erfolg und Freude in den kommenden zwei Wochen.