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Maßnahmen
Den Kern
der Informatica Feminale bildet das Sommerstudium, das Lehr-
und Lernangebote in kompakter Form von Frauen für Frauen
umfasst. Seit 1998 wird in Bremen jährlich in zweiwöchigen
Sommerstudienblöcken mit Lehre experimentiert.
Zur Vorbereitung
des Sommerstudiums wird ein Call for Lectures veröffentlicht,
woraufhin alle interessierten Fachfrauen aus Hochschulen und
Praxis Lehrangebote einreichen können. Ein Programmkomitee
beurteilt die Angebote und wirbt gegebenenfalls gezielt weitere
Lehre ein.
Das Themenspektrum orientiert sich an den allgemeinen Curricula-Empfehlungen
für die Informatik sowie aus Vorschlägen der Dozentinnen.
Schwerpunkte ergeben sich aus den vorangegangen curricularen
Diskussionen: mit drei Workshops "Das Informatikstudium:
Zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Erwerb von Berufsfähigkeiten?”,
"Das Unsichtbare sichtbar machen. Fraueninteressen am
Informatikstudium” sowie "Mehr Frauen in die Informatik?!
Studienreformen in Theorie und Praxis” konnten bisher
Grundlagen einer Curriculardiskussion geschaffen werden.
Die Lehre im Sommerstudium umfasst die gesamte Informatik: Theoretische,
Praktische, Technische und Angewandte Informatik, Informatik
und Gesellschaft, Bindestrich-Informatiken und Veranstaltungen,
die interdisziplinäre Themen aufgreifen. Insbesondere
von Studentinnen des Grundstudiums werden Lehrangebote zu
grundlegenden Fertigkeiten stark nachgefragt, z.B. zum Programmieren
oder Rechnerumgang. Zugleich sind Veranstaltungen zur Stärkung
der sozialen Kompetenz von Studentinnen präsent ebenso
wie Themen der Frauen- und Gender-Forschung.
Zahlreiche
Fachfrauen haben die Gelegenheit genutzt, ihre vorhandenen
Lehrkonzepte zu variieren oder ihr Praxiswissen in die Hochschullehre
einzubringen und sich auf dem Weg zu einer Professur weiter
zu qualifizieren. Studentische Teilnehmerinnen machen kreative
Vorschläge für gewünschte Lehrangebote, die
sie sogar teilweise im Sommerstudium der Folgejahre oder in
der Heimathochschule selbst anbieten. Nicht zuletzt bietet
sich Dozentinnen aus der Industrie die Gelegenheit, die Lehrsituation
in einem Hochschulkontext auszuprobieren und eine (Fach)Hochschulkarriere
konkreter werden zu lassen. Ebenso sind interdisziplinäre
Dozentinnenteams entstanden und probieren neuartige Veranstaltungen
aus.
Auf diese
Weise ist es möglich, der Dominanz männlicher Lehrender
im Studienalltag entgegen zu wirken. Zugleich ist ein Ort des Experimentierens
geschaffen worden, um veränderte Studienkonzeptionen
und neue fachinhaltliche Studienangebote zu entwickeln. Schülerinnen,
die ein Informatikstudium aufnehmen wollen, finden einen Studieneinstieg
in äußerst motivierender Atmosphäre. Studentinnen
tauschen Studienerfahrungen aus, die von der Erkenntnis, das
es andernorts nicht besser oder schlecht zugeht, bis hin zu
Studienortwechsel führen. Die
Studieninformationen in unserem Web-Bereich sollen einen kleinen
Eindruck hiervon vermitteln und diesen Transfer verstärken.
Nicht
zuletzt haben wir in Fortbildungsveranstaltungen für
Wissenschaftlerinnen versucht, strukturelle Barrieren aufzuzeigen und
abzubauen.
Die Informatica
Feminale ist damit keine auf eine neue Studierendenelite ausgerichtete
Einrichtung, sondern verfolgt konsequent den Weg einer offenen
Teilhabe von Studentinnen und Fachfrauen an der Gestaltung
eines frauengerechten Informatikstudiums.
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